Montag, 10. Dezember 2018
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Chronik

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Die Freiwillige Feuerwehr Gmünd ist neben der Freiwilligen Feuerwehr Innernzell und der Freiwilligen Feuerwehr Hilgenreith die dritte Wehr in der Gemeinde Innernzell. Dies ist darin begründet, weil es in früheren Jahren auf dem jetzigen Gemeindegebiet der Gemeinden gab, deren sichtbares Überbleibsel die drei Feuerwehren sind.

Gegründet wurde die Freiwillige Feuerwehr Gmünd im Jahre 1884 auf dem damaligen Gemeindegebiet, das die Ortschaften Gmünd, Manglham, Ort und Lungdorf beinhaltete. Aus diesen vier Ortschaften setzen sich auch heute noch die Mitglieder der Feuerwehr zusammen.

Unter der Führung von Georg Füller aus Manglham stellten sich in den Gründerjahren 42 Mitglieder die Aufgabe, Hab und Gut des anderen durch Gemeinschaft zu schützen. Es wurde eine Handspritze angeschafft, die in Manglham, auf dem Anwesen von Georg Füller ihren Standort fand.

Im Jahre 1905 wurde die erste Fahne angeschafft. Das Amt der Fahnenmutter übernahm Fr. Maria Füller aus Manglham.

Die erste Motorspritze wurde im Jahre 1929 angekauft. Dabei ergab sich eine Meinungsverschiedenheit zwischen den Ortschaften Manglham und Gmünd. Gmünd wollte nun den Standort der Feuerwehr, da es auch den Sitz der Gemeinde hatte. Manglham weigerte sich jedoch, die Spritze abzugeben, da es auch bisher der Standort der Feuerwehr war.

Nach einem Gemeinderatsbeschluss und dem Fernbleiben der Manglhamer an der Ausbildung für die Motorspritze wurde Gmünd als neuer Standort bestimmt. Als äußeres Zeichen des Standortes wurde 1930 das Feuerwehrgerätehaus in Gmünd errichtet, das fast für 70 Jahre die Feuerwehr beherbergte.

Im Jahre 1949 wurde dann die zweite Fahne angeschafft, das Amt der Fahnenmutter übernahm Fr. Therese Strasser.

Mit dem Ankauf einer neuen TS 8/8 im Jahre 1962 hatte die Wehr endlich eine leistungsstarke Pumpe zur Verfügung, die über 33 Jahre ohne große Probleme ihren Dienst verrichtete.

Am 14.06.1962 war der größte Brand in der Vereinsgeschichte. Die Anwesen Fredl, Kölbl, und Sigl aus Ort fielen den Flammenmeer zum Opfer. Besonders deprimierend war bei diesem Brand, dass die neue TS 8/8 nicht eingesetzt werden konnte, weil die Saugschläuche noch nicht geliefert waren.

Am 28.05.1972 wurde dann die dritte Fahne eingeführt, das Amt der Fahnenmutter übernahm Fr. Edeltraut Füller aus Gmünd, die dieses Amt bis zum Jahre 2007 mit Würde trug. Aus gesundheitlichen Gründen lege sie ihr Amt dann nieder. Fr. Maria Krammer übernahm dann dieses Ehrenamt und übt es seitdem mit großem Engagement aus.

Am 15.07.1980 wurde dann ein Tragkraftspritzfahrzeug mit eigenen Mitteln angekauft. Es handelte sich hierbei um einen umgebauten Bundeswehr-Unimog, der zwar schon 20 Jahre alt war, aber seinen Zweck noch voll erfüllte. Er löste damit den alten Tragkraftspritzenanhänger ab.

Am 19.01.1984 ereignete sich der bis jetzt schwerwiegendste Brand in der Vereinsgeschichte. Bei einem Wohnhausbrand in Manglham kamen zwei kleine Kinder ums Leben. 

Vom 14.-16.06.1985 wurde dann das 100-jährige Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Gmünd gefeiert. Über 50 Vereine aus nah und fern waren gekommen, um mit dem Jubelverein mitzufeiern.

1990 beantragte man denn den Bau eines neuen Feuerwehrgerätehauses, da am mittlerweile 60 Jahre alten Gerätehaus der Zahn der Zeit schon ziemlich genagt hatte. Das ganze Genehmigungsverfahren dauerte fast sieben Jahre. Am 28.10.1997 wurde von der Regierung der vorzeitige Baubeginn genehmigt. Am 24.04.1998 erfolgte der Spatenstich durch Bürgermeister Josef Kern. Bereits am 24.10.1999 war das neue Gerätehaus – bis auf die Außenanlagen – soweit fertig gestellt, dass es als ständiges Gerätehaus genutzt werden konnte. Am 20.05.2001 erfolgte die offizielle Einweihung des neuen Gerätehauses.

Der Verein beteiligte sich an den Kosten für das neue Gerätehaus mit insgesamt 30.000 DM. Zudem leisteten die Mitglieder freiwillige Arbeiten, die sich auf über 4000 Stunden summierten. Auch die Bevölkerung beteiligte sich mit großem Engagement am Bau. So wurde z. B. das gesamte Bauholz – über 80 Kubikmeter - gespendet und von den drei Sägewerken im Gemeindegebiet kostenlos geschnitten. 

Nachdem im Jahre 1995 eine neue TS 8/8 die 33 Jahre alte Spritze abgelöst hatte, wurde am 20.12.1996 ein fabrikneues TSF-W an die Wehr ausgeliefert. Es handelte sich damals um ein Fahrzeug der neuesten Generation mit einem 500 l Wassertank und vier Atemschutzgeräten. Damit wurde das mittlerweile 37 Jahre alte TSF ausgesondert. Aufgrund der etwas größeren Ausmaße des TSF-W wurde es bis zum Bau des neuen Gerätehauses in einer Garage, die vom Ehrenmitglied, Herrn Krammer Michael sen., kostenlos zur Verfügung gestellt wurde, untergebracht. Auch bei diesem Fahrzeugkauf leistete die Wehr eine enorme Eigenbeteiligung von 20% der Kosten. Gleichzeitig mit diesem Fahrzeugkauf wurde nun die Feuerwehr -als letzte im Landkreis- mit einer eigenen Sirene ausgestattet.

Seit 1995 gibt es nun auch in der Freiwilligen Feuerwehr Gmünd Frauen, die aktiven Dienst verrichten. 1996 unterzogen sich die ersten acht Kameradinnen der Leistungsprüfung, die sie mit Bravour bestanden.

Eine besondere Auszeichnung erfuhr die Wehr im Jahre 1996 dadurch, dass der neue Kreisbrandmeister für den Bereich der Verwaltungsgemeinschaft Schönberg aus ihren Reihen bestimmt wurde. Es handelt sich hierbei um Josef Füller jun. aus Gmünd, der seit 1983 aktiven Dienst bei der Feuerwehr Gmünd verrichtet und der sich mit viel Engagement in sein neues Amt einarbeitete.

Im Zusammenhang mit dem Gerätehausneubau wurde 1994 der alte Brauch des „Wasservögelsingens“ wiederbelebt, um die daraus resultierenden Einnahmen für den Neubau verwenden zu können. Die Idee dazu stammt vom langjährigen Kassier Max Halser jun. Seit dieser Zeit wird er wieder jährlich ausgeübt und sorgt hin und wieder für unvergessliche Momente.

1995 wurde auf Bestreben vom Anton Augustin ein „Hoagarten“ veranstaltet, um auch dem kulturellen Leben in der Gemeinde wieder neues Leben einzuhauchen. Dieser hat sich mittlerweile zu einer festen Größe im Gemeindeleben entwickelt und erfreut sich großer Beliebtheit.

2002 wurde ein Zelt (10 x 15 m) und ein passender Autoanhänger angeschafft, die mit Spenden finanziert wurden. Seitdem wird das Zelt zu Einnahmezwecken an andere Vereine und Privatpersonen verliehen. Auf- und abgebaut wird es von einer festen Mannschaft, die fast ausnahmslos aus „Feuerwehrrentler“ besteht.

2003 hatten wir die Ehre als Patenverein der FF Hilgenreith an deren 125-jährigem Gründungsfest teilzunehmen.

2004 wurde die Vereinsfahne, die mittlerweile 32 Jahre alt war, restauriert.

2005 wurde der amtierende 1. Kommandant Michael Krammer von Bürgermeister Kern für seine 25-jährige Amtszeit ausgezeichnet. Bereits als 20-Jähriger war er von 1979 bis 1994 2. Kommandant, seit1994 steht er an der Spitze der aktiven Mannschaft.

Im gleichen Jahr wurde in der VG Schönberg die „Handyalarmierung“ als zusätzliches Instrument der Alarmierung der Wehren eingeführt.

Im Februar 2006 sorgte dann die „Schneekatastrophe“ im ganzen Landkreis für einen enormen Einsatz aller Wehren und sonstiger Institutionen, der aber mit Bravour gemeistert wurde.

Am 04.03.2007 übergab der 1. Kommandant Michael Krammer sein Amt in neue und jüngere Hände. Neuer „Chef“ wurde Norbert Füller jun., der bis dato das Amt genauso engagiert ausübt, wie sein Vorgänger. Michael Krammer wurde gleichzeitig wegen seiner großen Verdienste in seiner 27-jährigen Amtszeit – u. a. komplette Erneuerung der Gerätschaften, Neubau des Gerätehauses und kontinuierliche Aus- und Weiterbildung der Aktiven- zum Ehrenkommandanten ernannt.

Vom 24. – 26. Juli 2009 wurde das 125-jährige Gründungsfest mit Bürgermeister Josef Kern als Schirmherrn abgehalten, zu dem neben zahlreichen Ehrengästen aus überörtlicher und kommunaler Politik 46 Vereine gekommen waren. Trotz nicht gerade berauschendem Wetters und der Tatsache, dass sechs Monate vor dem Fest die „Zellberg Buam“ wegen eines Fernsehauftrittes ihr Kommen absagten und somit ein „großes Zugpferd“ ausfiel, konnte das Fest mit einem guten Ende abgeschlossen werden.

2013 war das Gerätehaus Ziel von Einbrechern, die zwar keine große Beute machten, jedoch ziemlichen Schaden anrichteten. Der Schaden wurde von der Versicherung ersetzt und auch die Einbrecher wurden letztendlich von der Polizei gefasst. Im gleichen Jahr war die Wehr auch bei der Hochwasserkatastrophe in Passau eingesetzt.

2014 wurde eine Wärmebildkamera angeschafft, die komplett aus Eigenmitteln finanziert wurde. Auch wurde ein Anbau an das Gerätehaus erstellt, um den Zeltanhänger, der bislang bei Georg Füller im Stadl stand, unterstellen zu können. Gleichzeitig sollte damit auch Platz für einen Mannschaftsbus geschaffen werden, der schon länger auf der Dringlichkeitsliste der Wehr steht.

2015 startete der Probebetrieb des Digitalfunks, der den in die Jahre gekommenen Analogfunk ersetzen soll. Seit 2016 ist komplett auf die neue Technik umgestellt worden. Die neuen Funkgeräte wurden zu 50% auch wieder von der Wehr finanziert.

Durch kontinuierliche Ausbildung und Fortbildung der Aktiven wurde bislang ein guter Wissens- und Ausbildungsstand in der Wehr erreicht. Dieses theoretische Wissen konnte in den vergangenen Jahren immer wieder bei Einsätzen auch praktisch angewandt werden.

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